Merlin (Die Blaupause aller Zauberer)

Wer immer da draußen Gandalf auf der Leinwand verfolgt hat (oder, noch besser, bereits in den Büchern), der sieht niemand anderen als Merlin. Selbiges lässt sich über Morpheus aus der Matrix-Trilogie sagen, über Obi Wan aus Star Wars, Dumbledore in den Harry-Potter-Romanen – um nur einige zu nennen, denn diese Liste ist lang und sie wächst beständig.

Merlins wiederkehrende Präsenz in der Science-Fiction und Fantasy zeugt von der Bedeutung dieser Figur für die Entwicklung moderner Mythen sowie von der hohen Relevanz in der modernen Popkultur. Er ist die Blaupause zumindest der meisten Zauberer.

Merlins Ursprung

Die meisten Menschen haben heutzutage zumindest einmal von Merlin dem Magier gehört. Sein Name gehört zu jenen, denen man im Leben nicht entkommen kann, selbst wenn man es wollte. Dieser mächtige Zauberer wird mit vielen magischen Kräften dargestellt, einschließlich der Kraft der Formwandlung. In der Mythologie wird er als Lehrer und Mentor des legendären König Artus beschrieben. Er ist die treibende Kraft hinter Artus, damit dieser überhaupt erst König von Camelot wird.

Das popkulturelle Phänomen John Sinclair

Es ist gar nicht so einfach, etwas zu John Sinclair zu schreiben, vor allem, weil man gar nicht wirklich weiß, wo man beginnen soll. Zumindest war es nicht ganz so einfach wie über Larry Brent als erste Gruselserie zu schreiben. Viele Leser kennen die Serie aus unterschiedlichen Perspektiven und sie lesen sie aus unterschiedlichen Gründen, wobei es wirklich schwer ist, das Gesamtbild im Auge zu behalten. Also dachte ich mir, es wäre vielleicht angebracht, dieses Gesamtbild einmal als Basis zu betrachten, von der aus dann weitere Artikel folgen könnten.

Zwischen Grusel und Gewohnheit

(c) Bastei
Die Figur des John Sinclair, geschaffen von dem deutschen Autor Helmut Rellergerd (Pseudonym: Jason Dark), gehört zu den bekanntesten Figuren der deutschsprachigen Unterhaltungsliteratur. Seit seinem ersten Erscheinen 1973 in der Heftromanserie „Gespenster-Krimi“ entwickelte sich Sinclair schnell zu einem eigenständigen Serienhelden und Mythos. Bis heute erscheinen wöchentlich neue Hefte, inzwischen ergänzt durch Sonderbände, Taschenbuchreihen, Hörspiele, E-Books, Podcasts und Merchandising.

Diese außergewöhnliche Langlebigkeit ist kulturgeschichtlich bemerkenswert: Sie zeigt, wie stark bestimmte narrative Muster und Figuren in kollektiven Vorstellungswelten verankert sein können - gerade wenn sie sich geschickt an kulturelle Wandlungsprozesse anpassen, ohne ihre Grundstruktur aufzugeben. John Sinclair ist ein Paradebeispiel dafür, wie populäre Unterhaltungsliteratur trotz (oder gerade wegen) ihrer oft von kenntnisarmen Kritikern belächelten Trivialität eine dauerhafte kulturelle Präsenz entfalten kann.

Frightened (Flynn Berry)

Der etwas befremdliche deutsche Titel „Frightened“ – im Original treffender „Under the Harrow“, ein Wortspiel aus „Unter Qualen“ und „Unter der Egge“ – markiert Flynn Berrys Debütroman, der für den Edgar Award nominiert war. Häufig wird das Buch mit Bestsellern wie „Gone Girl“ oder „The Girl on the Train“ verglichen. Und tatsächlich gibt es Parallelen, insbesondere die unzuverlässige Erzählerin. Doch Flynn Berry gelingt es mit ihrem eigenwilligen Schreibstil, der gleichermaßen die Geschehnisse enthüllt und verschleiert, eine eigene Stimme zu finden und sich von der überfüllten Landschaft der Psychothriller abzuheben – wenn auch ohne die Wucht der genannten Vergleichstitel zu erreichen.

Die Geschichte beginnt mit Nora, unserer Ich-Erzählerin, die mit dem Zug von London aufs Land reist, um ihre Schwester Rachel zu besuchen. Doch kaum betritt sie das Haus, wird sie mit einem grausamen Anblick konfrontiert: Rachel und ihr Hund wurden brutal ermordet.

Wenn die Recherche Angst macht

Geschrieben von Flynn Berry

Flynn Berry ist eine 
amerikanische Autorin, die
bisher bereits mit dem 
Edgar Award ausgezeichnet 
wurde.
Das Schreiben eines Buches über einen Mord war für mich ein Akt der Angst. Ich hatte Alpträume und kaufte zusätzliche Schlösser für mein Haus. Für die Recherchen besuchte ich Kriminologiekurse und studierte das Handbuch für Mordermittlungen für Polizeibeamte in Großbritannien. Meine Nachforschungen machten mich wütend, und das bin ich immer noch. Manchmal habe ich mich gefragt, warum ich mich nicht entschieden habe, ein Buch über Positano zu schreiben. Vielleicht über einen Koch in Positano. Dann hätte ich während der Recherche Risotto gekocht und Bellinis getrunken. Stattdessen habe ich stundenlang über der Murder Map gehockt. Das ist eine Karte von London. Auf der Karte sind Stecknadeln angebracht, jede Stecknadel steht für einen Mord. Auf der Website sind alle bekannten Morde in London verzeichnet. Man kann also zu einem bestimmten Stadtteil gehen – zum Beispiel Finsbury – und über die Menschen lesen, die dort ermordet wurden. Das mache ich schon sehr lange. Das Problem ist, dass es nie abgeschlossen ist; jede Woche ändert sich die Karte.

In gewisser Weise ist die Website bewundernswert: Sie ist demokratisch, während Zeitungen nur über bestimmte Verbrechen berichten und eine bestimmte Art von Opfern bevorzugen. Trotzdem. Es ist schwer, sich nicht wie ein Voyeur zu fühlen. Manche Fälle sind so detailliert wie der, in dem ein Stalker in das Haus einer Frau eindrang und ihre drei Töchter versuchten, sie zu verteidigen. Aber sie konnten es nicht und er tötete sie vor ihren Augen. Auf der Website heißt es, dass die älteste Tochter über diese Nacht sagte: „Habe ich genug getan? … Glaubst du, Mama wird böse sein?“ Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich das Mädchen – jetzt eine junge Frau – fühlen muss, wenn diese Informationen über sie unter ihrem Namen online verfügbar sind.

Carrie - Ein universelles Märchen

Der Roman erschien etwa zur gleichen Zeit wie Rosemaries Baby und Der Exorzist. Es war die Zeit, in der die Menschen begannen, sich mehr für das Unheimliche und Paranormale der menschlichen Existenz zu interessieren und sich nicht mehr mit Gespenstern und Geistern abzufinden.

Der Archetyp

Man mag sich fragen, was an Stephen Kings Carrie so besonders ist, dass es überhaupt sein Erstlingswerk werden konnte. Ein großer Teil der Legende beruht auf der Tatsache, dass dies bereits Kings vierter Roman war, den er an Verlage schickte. (Die ersten drei waren AmokTodesmarsch und Qual, die alle später unter dem Pseudonym Richard Bachmann veröffentlicht wurden.) Gerne wird auch die Geschichte erzählt, dass King den einzigen Entwurf in den Papierkorb geworfen habe, bis seine Frau ihn überreden konnte, ihn wieder herauszuholen und zu beenden. Tatsächlich hatte er nicht nur das Manuskript in den Papierkorb geworfen, er wollte das Schreiben überhaupt aufgeben. King konnte einfach nicht glauben, dass eine Geschichte über ein dünnes, blasses Mädchen mit Menstruationsproblemen die Leute interessieren würde. Das wäre sicher die richtige Einschätzung gewesen, aber Carrie entsprach voll und ganz dem damaligen Zeitgeist.


Der Roman erschien etwa zur gleichen Zeit wie Rosemaries Baby und Der Exorzist. Es war die Zeit, in der die Menschen begannen, sich mehr für das Unheimliche und Paranormale der menschlichen Existenz zu interessieren und sich nicht mehr mit Gespenstern und Geistern abzufinden.